Ariowist | Entstehungsgeschichte

Entstehungsgeschichte

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2006 hatte ich die Idee zu einer Fantasy-Geschichte. Im Zentrum sollte ein tragischer Held stehen, der sich mit allen Kräften darum bemüht, ein redliches Leben zu führen, dann aber aufgrund eines Missverständnisses alles verliert. In den drei Jahren zuvor hatte ich mit einigen Freunden zusammen einen Star Wars- Fanfilm gemacht. Daher lag die Idee nahe, auch diese Geschichte mit dem Camcorder zu verfilmen.
Das bedeutete "damals" zuerst einmal: ca. 20 Gleichaltrige mobilisieren und mit allem ausstatten, was die Verkleidungskiste hergab. Gedreht wurde an diversen Schauplätzen in und um Schleswig, wobei der Schleswiger Dom, Schloss Gottorf, die Domschule und der Herkulesteich zu mittelalterlichen Settings wurden, nicht zuletzt aber auch der Wald vor der Haustür und der eigene Garten (glücklicherweise ein Anlieger der Loiter Au). Das Filmprojekt hieß damals Remuneratio und die meisten Elemente der Geschichte und ihrer Figuren finden sich im Ariowist wieder.
Nach vier Jahren Dreharbeit hatten wir einen beinahe 2-stündigen Film fertiggestellt - das habe ich maßgeblich dem unermüdlichen Engagement meiner Freunde und meiner Familie zu verdanken. Ihnen allen danke ich daher auch im Ariowist noch einmal ausdrücklich! Kurz vor Ende dieser Dreharbeiten hat allerdings ein Crash meiner Festplatte dafür gesorgt, dass zumindest der digitalisierte Teil des Films unwiederbringlich verloren war. Das bedeutete, ich hatte noch das gesamte Material auf MiniDV, hätte allerdings das Überspielen und Schneiden (etwa 100 Stunden Arbeit) komplett von vorne beginnen müssen, zudem fehlten noch drei oder vier Aufnahmen. Mit 17 standen für mich dann allerdings erstmal andere Interessen im Vordergrund, sodass ich Remuneratio aufgrund dieses Rückfalls auf Eis gelegt habe.
Nach zwei Semestern Studium hatte ich nachts auf einmal die Idee, die Geschichte doch noch zu einem Abschluss zu bringen (was sicher auch daran lag, dass die ersten Semester in Psychologie derart naturwissenschaftlich sind, dass ich wohl ein bisschen musisches Gegengewicht brauchte). Da der Plot stand und in meinem Kopf nie ganz tot gewesen war, habe ich angefangen zu schreiben.
Nach einem halben Jahr hatte ich eine erste Fassung des Buches fertiggestellt, das jetzt Ariowist und Birkenfeuer hieß. Dabei war es mir wichtig, einen klangvollen Doppeltitel zu verwenden. Zufälligerweise hielt ich ein erstes ausgedrucktes Manuskript dann tatsächlich am Tag des Biikebrennens (das etymologisch übrigens nichts mit der Birke zu tun hat) in den Händen.

Jetzt begann der eigentliche Arbeitsteil, denn das Manuskript befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand, in dem man es niemandem hätte zumuten können. Mithilfe mehrerer Testleser (siehe Danksagungen im Buch) habe ich das Manuskript immer wieder überarbeitet, dabei habe ich mich erst jetzt mit dem Handwerkszeug des Schreibens auseinandergesetzt. Einige Homepages und Bücher, die mir dabei sehr hilfreich waren, habe ich unter "Empfehlungen" zusammengestellt.
Ein weiteres Jahr verging, sodass im Winter 2014/15 eine Form des Manuskripts fertiggestellt war , die ich für einigermaßen druckreif hielt. In der Zwischenzeit hatte ich Frauke Schütz dafür gewinnen können, eine Karte der Romanwelt zu zeichnen, Paul Diemel hatte eine erste Cover-Version beigesteuert (die rechts zu sehen ist). Mit diesen Illustrationen und einem Probekapitel (dessen ist ein Ausschnitt unter "Leseprobe" zu finden) habe ich mich bei den großen (und einigen kleineren) deutschen Publikumsverlagen beworben.
Da man in der deutschen Literaturlandschaft mit High-Fantasy derzeit allerdings nur landet, wenn man entweder etwas bietet, dass die Lektoren für total neuartig halten oder wenn man mindestens einen romantisch veranlagten Vampir zwischen seinen Protagonisten auftreten lässt, hat bis dato kein Verlag Interesse angemeldet. Dafür weiß ich jetzt, dass zum Beispiel Clett-Kotta sehr schönes Briefpapier besitzt.
An dieser Stelle möchte ich übrigens alle NachwuchsautorInnen dazu ermutigen, diesen Schritt zumindest nicht unversucht zu lassen! Aus den meisten Lektoraten bekommt man sehr freundliche und zuweilen motivierende Antworten.

Im Frühjahr 2015 habe ich Finja Zander dafür gewinnen können, ein Cover für Ariowist zu kreieren. Ich hatte zuvor ein anderes Cover-Artwork von ihr gesehen und wusste sofort, dass sie genau den Spagat zwischen märchenhaftem Zauber und "erwachsener" High Fantasy beherrschte, mit dem ich den Ariowist betrachte.
Die folgenden Monate wurde das Manuskript noch einmal überarbeitet, einzelne Formulierungen verändert und sämtliche Rechtschreibfehler getilgt, die ich noch entdecken konnte. Und im November 2015 war das erste Exemplar von Ariowist und Birkenfeuer erhältlich.




Ausschnitte aus dem Film: (von links, oben) Arkil und Aldrĭn im Ratssaal, Dirion im Lager an der Warge,
Egrodt von Asyc, sowie ein alternatives Ende mit Egrodt und Dirion.